Foto-Equipment Kamera-Einstellungen

Videografie – 10 hilfreiche Tipps für Anfänger

In diesem Blogartikel erhältst du Grundlagen, Tipps für Einsteiger zum Equipment, Ausbildung, Bedeutung von Begriffen und wesentliche Punkte auf die du beim Filmen – aber auch schon in der Vorbereitung – beachten solltest.


Das Wort Videografie kommt vom englischen Wort Videography. Videos gewinnen heutzutage immer mehr an Bedeutung – nahezu jedes Produkt und somit jedes Unternehmen kann mittels Bewegtbild ihre Botschaft visuell an ihre Zielgruppe senden. Aber auch auf Social Media Plattformen nehmen Videos eine Hauptrolle ein. Von Musikvideos und TV-Filmen ganz abgesehen.

Du benötigst auch nicht immer das teuerste Equipment um gute Videosequenzen zu erstellen – oft helfen schon kleine Tipps. Nachfolgend findest du die Basics zur Videografie.


Begriffe zur Videografie

Framerate

Wenn du dich mit Videografie beschäftigst, hast du bestimmt schon den Begriff Framerate gehört. Diese wird in FPS – also Frames pro Sekunde gemessen und bezeichnet die Frequenz mit der sich Filmmaterial mithilfe von Bildern zusammensetzt. Ein Wert von 60p bedeutet also 60 Bilder pro Sekunde.

Storyboard

Das Storyboard ist eine Art gezeichnetes Drehbuch – damit visualisierst du deine Video-Ideen und -Szenen.

Post Production

So wird die Nachbearbeitung wie Schnitt, Color Grading, … genannt.

B-Roll

Extra Filmmaterial, abseits der Hauptaufnahmen.


Equipment / Zubehör

Kamera

Welche Art von Kamera du wählst, hängt stark davon ab, welche Art von Videos du machen möchtest. Für professionelle und kommerziell genützte Produktionen wirst du wohl etwas tiefer in die Tasche greifen. Für Kurzvideos auf Social Media wie Instagram oder TikTok eignet sich auch ein gutes Handy.

Ich filme zB. mit meiner >> Sony Alpha 6000, liebäugle jedoch schon seit längerem mit der >> Sony Alpha 7 III

Stabilisator

Egal ob Kamera oder Handy, du benötigst jedenfalls einen Stabilisator für deine Videos. Andernfalls werden diese verwackelt, was sofort einen unprofessionellen Eindruck vermittelt (falls es nicht gerade stilistisch – sh. Blairwitch Project – eingesetzt wird). Deshalb solltest du ein Video-Stativ oder noch besser eine Art Schwebestativ wie zB. einen Gimbal nützen.

Handy-Gimbal:

>> DJI Handygimbal samt Griff/Stativ

Kamera-Gimbal:

>> DJI Ronin SC Gimbal

Video-Stativ:

>> Video Stativsystem Cayer

Ton / Audio

Auch eine schlechte Tonqualität ist unweigerlich ein Indiz für Amateur-Aufnahmen. Du solltest dir deshalb ein Aufsteckmikrofon besorgen. Ein >> Windschutz für Mikrofone kann störende Nebengeräusche filtern.

>> Video Mikrofon für Kameras und Smartphones

Zusatzakkus

Gerade beim Filmen entladen sich Akkus sehr schnell – deshalb solltest du unbedingt mehrere geladenen Akkus dabei haben um nicht zwischendurch aufladen zu müssen.

Speicherkarten

Aufgrund der großen Speicherkapazitäten von Videos sind mehrere Speicherkarten sehr ratsam. Dabei solltest du ebenfalls auf eine große Speichergröße achten (zb. 64 GB).

  >> SanDisk 64 GB Speicherkarte

Bearbeitungssoftware zur Videografie

Ganz klar, ohne Nachbearbeitung geht in der Videoproduction nichts.

Kostenlose Handyprogramme bietet Apple mit iMovie und Android mit dem Movie Maker an. Aber auch mit der App InShot kannst du ganz einfach kurze Handyvideos bearbeiten.

Bezahlte Profitools gibt es natürlich auch von Adobe und zwar Adobe Premiere Pro und für coole Special Effects kann beispielsweise Adobe After Effects genützt werden. Apple bietet Final Cut Pro als Videoschnittprogramm an.


Hilfreiche Tipps zur Videografie

Mit dem richtigen Equipment kanns dann mit dem Filmen los gehen. Nachfolgend findest du wichtige Tipps die du beachten solltest, um tolle Videos zu erstellen. Egal ob Image-Film, Musikvideo, Produktvideo, Landschaftsfilme,… damit funktionierts:

Storyboard / Drehbuch / Ablaufplan

Egal um welche Art von Video es sich handelt, du machst dir im Vorfeld Gedanken darüber. Gerade bei längeren Aufnahmen mit Szenenwechsel macht es wirklich Sinn, vorher ein Drehbuch / Storyboard zu schreiben. Damit kannst du auch sichergehen, dass du keine Szenen vergisst.
Gerade bei Events ist ein solches sehr ratsam. Du kannst dir eine Art Zeitplan bzw. Ablaufplan erstellen, ausdrucken und diese vor Ort gleich abhacken. Somit kannst du sicherstellen, alle Schlüsselszenen – bei Hochzeiten zB. der Gang in die Kirche, der Hochzeitstanz, … – auch wirklich im Kasten zu haben.

Hintergrund in den Filmszenen

Im Vorfeld solltest du dir Gedanken über den Hintergrund in den jeweiligen Filmszenen machen. Ein einfacher Hintergrund eignet sich beispielsweise gut dafür, wenn du jemanden oder etwas in den Mittelpunkt stellen willst, somit lenkt man davon nicht ab. Du kannst die Aufmerksamkeit des Betrachters somit gut damit steuern.
Überlege dir in diesem Zusammenhang auch gleich, wie und wo du deinen Fokus/Hauptakteur positionierst. Dein Akteur muss nicht immer mittig dargestellt werden – du kannst diesen auch links oder rechts im Bild platzieren.

Licht / Belichtung in der Videografie

Die Beleuchtung spielt auch in der Videografie eine bedeutende Rolle. Outdoor hat man mit immer wechselnden Lichtverhältnissen zu tun – die Drehs müssen daher unbedingt darauf abgestimmt werden. Schöne Lichtstimmungen bei Sonnenauf- oder Untergang können gut genützt werden, bieten aber nur kurze Zeitfenster.
Indoor hat man oft das Problem, dass Innenräume zu dunkel sind – deshalb müssen diese gut ausgeleuchtet werden.
Mit Licht kann man auch immer die Stimmung von Szenen beeinflussen. Düstere und dramatische Takes können bei eher dunklen Lichtverhältnissen bzw. mit Schatten gut wirken.

Achte unbedingt auch bei zusammenhängenden Szenen auf gleiche Lichtverhältnisse – dafür musst du dich unbedingt mit ISO und Blende im manuellen Modus deiner Kamera auseinandersetzen. Andernfalls können sogenannte Anschlussfehler entstehen. Ganz wichtig ist dieser Punkt, wenn du mit unterschiedlichen Kameras filmst. Dann musst du zusätzlich noch den Weissabgleich der Kameras aufeinander abstimmen.

Stabilisation gegen verwackelte Video-Aufnahmen

Wie bereits eingangs erwähnt, ist eine Stabilisation deiner Kamera ein Muss um professionelle Videos produzieren zu können – >> Gimbals sind eine super Möglichkeit dafür. Führe deine Kamera grundsätzlich immer ruhig, vermeide plötzliche Bewegungen und wähle ein gleichmäßiges Tempo beim Führen/Schwenken deiner Kamera.

Audio-Aufnahme

Grundsätzlich ist es möglich Tonspuren auch im Nachhinein hinzuzufügen, aber falls du diese direkt beim Dreh aufnimmst, benötigst du für eine gute Audio-Qualität in fast allen Fällen ein externes Mikrofon. Bei vielen Kameras ist das verbaute Mikrofon nicht die beste Wahl zur direkten Aufnahme. Aufpassen solltest du auch bei Hintergrundgeräuschen (Verkehrslärm,…) aber auch Wind – hier kann ein >> Windschutz für Mikrofone helfen.

Takes / B-Roll / Post Production

Grundsätzlich solltest du, um auf Nummer sicher zu gehen, immer mehr als eine Aufnahme = Take einer Szene machen. Du kannst dabei auch unterschiedliche Blickwinkel oder auch Perspektiven wie Großaufnahme,…. wählen. Mit diesen Sicherheitsaufnahmen kannst du im Anschluss bei der Bearbeitung / dem Schneiden = cutten sicherstellen, dass du keine Szenen mehr aufwändig nachfilmen musst, falls dir der erste Take doch nicht gefällt bzw. verbesserungswürdig erscheint.

Hilfreich können auch sogenannte B-Rolls sein. Dabei handelt es sich um zusätzliches Filmmaterial, abseits der eigentlichen Szene. Diese können zum Kaschieren kleiner Film-/Drehfehler genützt werden und diese ersetzen.

Grundsätzlich gilt also, dir bereits im Vorfeld bzw. beim Dreh die Post Production = Bearbeitung / Schnitt danach zu überlegen und somit zu vereinfachen.

Hilfreiche Kamera Einstellungen

  • Gitterlinie
    Du kannst in den Einstellungen deiner Kamera die Funktion Gitterline (zB. 3×3 Raster) aktivieren. So gelingt es dir einfacher die Kamera gerade zu halten. Dies kann man auch am Handy einstellen.
  • Finder/Monitor
    Immer wenn du in die Nähe der Augenmuschel/Finder kommst, wird dieser automatisch aktiviert und dein Bildschirm verdunkelt sich. Dies ist natürlich gerade bei Filmaufnahmen komplett unerwünscht. Deshalb solltest du unbedingt vorab den Monitor aktivieren indem du im Menü bei Finder/Monitor auf Monitor stellst.
  • 4K
    Du solltest im Menü 4K statt HD einstellen um eine bessere Videoqualität zu erzielen.
  • Kein RAW
    Um riesige Datenmengen zu vermeiden, kannst du RAW deaktivieren.
  • Farbprofile
    Kameras bieten grundsätzlich unterschiedliche Möglichkeiten von wählbaren Farbprofilen, man sollte jedoch eher ein neutrales/flaches Farbprofil nützen, da man daraus in der Nachbearbeitung noch am meisten rausholen kann.

Bearbeitung / Post Production in der Videografie

Das Thema der Nachbearbeitung ist ein sehr umfangreiches.
An dieser Stelle möchte ich unbedingt auf die Notwendigkeit von Untertitel hinweisen. Videos mit Untertitel werden nicht nur vom Algorithmus auf Social Media bevorzugt, sondern diese spielen auch in der Suchmaschinenoptimierung (SEO) eine wesentliche Rolle und ranken somit besser in der Google-Suche. Weiters kann man im Sinne der Barrierefreiheit Mitmenschen mit Handicaps mithilfe von erstellten Untertitel in Videos unterstützen.

Stilmittel wie Hyperlaps / Zoomen / Zeitsprünge

  • Hyperlaps = bewegte Zeitraffer eignet sich oft gut für zB. Autofahrten und Wegbeschreibungen.
  • Zoomen sollest du grundsätzlich immer direkt mit dem Objektiv an der Kamera, da sonst eine Verschlechterung der Qualität eintreten kann.
  • Auch Zeitsprünge (Rückblende und Vorgriffe) sind ein interessantes Stilmittel um Spannung zu erzeugen.

Handy-Tipps zum Filmen

Wenn du mit dem Handy filmst sind noch 2 Dinge wesentlich: Du solltest die Kamera an der Handyrückseite verwenden, da diese ein bessere Qualität bietet und du solltest im Querformat filmen (außer du benötigst die Aufnahme zur Veröffentlichung auf Social Media – dort wird oft Hochformat verwendet).

Und nun heißts üben, üben, üben… 😊


Videografie Ausbildung

Falls du dich in diesem Bereich weiterbilden willst bzw. Unterricht nehmen willst, gibt’s dafür einige unterschiedliche Möglichkeiten. Neben Büchern und Blogs im Selbststudium kannst du auch Kurse am WIFI oder bei Udemy buchen. Du kannst ebenfalls an Workshops von einigen Videoproduktions-Firmen teilnehmen und einen Lehrgang im Bereich Videofilmproduktion berufsbegleitend bietet auch die Akademie Krems an.

Weitere spannende Artikel
Bisher keine Kommentare
    Hinterlasse ein Kommentar