Foto-Equipment Bildbearbeitung Kamera-Einstellungen

Bokeh Effekt – 7 Einstellungen & Tipps | Objektive & Alternativen

Biene mit Bokeh Effekt

Das Wort Bokeh ist japanisch und bedeutet „verschwommen“ oder „unscharf“. Es handelt sich dabei um ein Bildgestaltungsmittel in der Fotografie und ist sehr beliebt. Dabei wird ein Objekt im Vordergrund scharf und der Hintergrund unscharf, also verschwommen dargestellt. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von der sogenannten Schärfentiefe – je geringer die Schärfentiefe, desto verschwommener der Hintergrund. Man kann bei dieser gestalterischen Methode somit den Fokus bewusst auf einen bestimmten Teil des Fotos lenken. Fotos wirken damit räumlich und das Hauptmotiv sticht eindrucksvoll hervor.
Falls sich Lichter im Hintergrund befinden, werden diese beim Bokeh Effekt als helle Punkte – Unschärfekreise oder auch Unschärferinge genannt – dargestellt. Abhängig vom verwendeten Objektiv erscheinen diese oval, kreisförmig oder eckig – wobei kreisförmig dabei als erstrebenswert gilt. Besonders schön treten diese bei Nachtaufnahmen mit Lichtquellen im Hintergrund auf.

Bokeh in Portraits & Modefotos oder in Makroaufnahmen von Tieren & Blumen

Portraits eigenen sich besonders gut für diese Art der Bildgestaltung – somit liegt der Fokus am Gesicht (oder auch Teilen des Gesichts) und nicht am Hintergrund. Diesem muss daher bei der Wahl der Fotolocation nicht besonders große Beachtung geschenkt werden, da dieser ohnehin nicht deutlich sichtbar sein wird. Wichtig dagegen ist jedoch die Wahl der Lichtquelle.

Typische Fotomotive mit Bokeh sind weiters noch Nahaufnahmen (sogenannte Makroaufnahmen) von Blumen, Insekten, Tieren und anderen Objekten in der Natur.

Bokeh Fotografie – was benötigt man?

Das verwendete Objektiv bestimmt das Bokeh – also die Schärfenuntiefe. Am besten verwendet man dazu ein Festbrennweite-Objektiv und kein Zoom-Objektiv. Ich fotografiere gerne mit dem nachfolgenden Sony womit auch das Bienen Foto oben entstanden ist.

>> Sony Objektiv Festbrennweite, 50mm, F1.8

Es gibt jedoch noch andere tolle Möglichkeiten wie z.B.:

>> Canon Objektiv 50mm, F1.4

>> Nikon Objektiv 85mm, F1.8



Verschiedene Kamera- und Objektiv-Hersteller bieten auf deren Websites Objektiv-Simulatoren an. Damit kannst du beispielsweise auch den Bokeh Effekt eines bestimmten Objektivs online testen. Hier z.B. der Objektiv Simulator von Canon.

Kameraeinstellungen und Tipps zur Aufnahme schöner Fotos mit Bokeh Effekt

  • Verwende ein Festbrennweite Objektiv
  • Die Blende „f“ sollte auf die niedrigst mögliche Zahl eingestellt werden (bei meiner Festbrennweite Sony 50mm 1.4 wäre das also ein Wert von f/1.4) – dies bestimmt die Stärke der Unschärfe (Blende f/1.8 liefert einen guten Bokeh Effekt – bei der Blende f/16 wird der Hintergrund schärfer dargestellt)
  • Verwende den Kameramodus A (Blendenpriorität oder Blendenvorwahl genannt) – falls deine Kamera keinen Modus A bietet, kannst du auch das Motivprogramm für Portrait oder Sport nützen (keinesfalls solltest du das Motivprogramm Landschaft nützen!)
  • Gehe möglichst nahe an das Motiv heran
  • Vergrößere den Abstand zwischen deinem Motiv und dem Hintergrund
  • Eine Hintergrundbeleuchtung (z.B. Kerzen, Lichterketten, Christbaum,…) zaubert tolle Effekte im Hintergrund – schöne Unschärfekreise entstehen bei hellen Lichtpunkten in dunkler Umgebung)
  • Besonders schöne Anwendung bei Portraits oder Nahaufnahmen

Alternative zum Objektiv oder Kamera zur Verfügung hast:

Bokeh Effekt am Handy mit Samsung, iPhone & Co. erzeugen

Um nachträglich den Hintergrund eines Fotos unscharf zu machen, kannst du auf deinem Handy z.B.  verschiedene Filter, Apps und Tools verwenden – kostenlose Anleitungen dafür findet man unzählige auf YouTube.


Einige neue Handymodelle von Samsung, iPhone,… bieten mittlerweile sogar schon diese Bokeh Funktion an (das werde ich definitiv beim Kauf meines nächsten Handys berücksichtigen! 😊). Wichtig ist dabei, dass du zum Fokussieren dein Hauptmotiv auf dem Bildschirm wählst, indem du darauf tippst beim Fotografieren.
Manche neuen Handymodelle ermöglichen es sogar den Bokeh Effekt nach der Aufnahme zu erzeugen und somit die Hintergrundunschärfe anzupassen.

Bokeh Hintergrund nachträglich mit Bildbearbeitungsprogramm erzeugen

Photoshop bietet mit der Weichzeichner-Galerie eine tolle Möglichkeit zur nachträglichen Bearbeitung und das Erzeugen eines Bokeh Effekts.
Im Menü Filter Weichzeichnergalerie – Unterfunktion Tilt-Shift.
Mit den Linien im Bild kannst du deine Bereiche, die scharf bzw. unscharf werden sollen markieren.
Hier (im rechte Bildschirmbereich) kannst du den Weichzeichen-Wert um Px erhöhen und unter Weichzeichnungseffekte den Wert der Bokeh-Lichter um % anheben.

Bokeh Effekt in Photoshop erzeugen


Abzuraten ist vom „Gaußschen Weichzeichner“ – dieser liefert keine guten Ergebnisse. Lediglich der Hintergrund verschwimmt, aber auch Lichter werden verschluckt.

Weitere spannende Artikel
Bisher keine Kommentare
    Hinterlasse ein Kommentar